Startseite › Ratgeber

Pfotenpflege im Winter: Pfotenbalsam für Hunde richtig anwenden

Streusalz, Eis und Schneeklumpen strapazieren die Pfoten. So wendest du Pfotenbalsam richtig an und schützt die Pfoten deines Hundes mit einer kurzen Routine vor und nach dem Gassi.

  • Von Oliver Dunkel
  • 7 Min. Lesezeit
Pfotenpflege im Winter: Coton de Tuléar mit Schnee zwischen den Pfoten

Kurz gesagt

  • Pfotenbalsam dünn auf saubere, trockene Ballen einmassieren, danach mit einem Leckerli ablenken.
  • Nach jedem Gassi auf gestreuten Wegen: lauwarm abspülen, zwischen den Zehen säubern, gründlich trocknen.
  • Haare zwischen den Ballen bündig kürzen, dann bleibt kaum Schnee hängen.
  • Schneeklumpen nie abreißen, sondern mit lauwarmem Wasser abtauen lassen.
  • Humpeln, Blut, tiefe Risse oder ständiges Lecken gehören zum Tierarzt.

Streusalz, Splitt und harter Schnee setzen den Pfoten im Winter mehr zu als jede Sommerwanderung. Ein Pfotenbalsam für Hunde, richtig angewendet, hält die Ballen geschmeidig, und mit einer kurzen Routine vor und nach dem Gassi sammeln lange Haare an Pfoten und Beinen keine Schneeklumpen mehr. Hier liest du, wie Pfotenpflege im Winter Schritt für Schritt funktioniert.

Warum Hundepfoten im Winter leiden

Die Ballen sind dicke, aber lebendige Haut. Im Winter kommen mehrere Belastungen zusammen:

  • Streusalz entzieht der Haut Feuchtigkeit. Kleine Risse brennen, wenn Salz hineinkommt, und viele Hunde lecken es danach von den Pfoten.
  • Splitt und Eis haben scharfe Kanten. Sie scheuern zwischen den Zehen und an den Rändern der Ballen.
  • Kälte draußen, Heizungsluft drinnen: Der ständige Wechsel trocknet die Haut zusätzlich aus.
  • Schneeklumpen bilden sich in langen Haaren zwischen den Ballen und an den Beinen. Sie ziehen an der Haut, drücken beim Laufen und können wund scheuern.

Besonders betroffen sind Hunde mit langem, feinem Fell wie Coton de Tuléar, Malteser, Havaneser, Bichon oder Pudel. Bei ihnen wächst das Fell zwischen den Ballen dicht nach und hält Schnee fest wie ein Schwamm.

Pfotenbalsam für Hunde richtig anwenden – Schritt für Schritt

Ein guter Pfotenbalsam legt eine dünne, schützende Schicht auf die Ballen und hält die Haut geschmeidig. Er wirkt nur, wenn du ihn regelmäßig und richtig aufträgst. So gehst du vor:

  1. Pfoten sauber und trocken. Balsam gehört nie auf nasse oder salzige Ballen. Nach dem Spaziergang erst abspülen und abtrocknen.
  2. Wenig nehmen. Eine erbsengroße Menge reicht für zwei Pfoten bei einem kleinen Hund. Zu viel macht die Pfoten rutschig, vor allem auf Fliesen und Parkett.
  3. Einmassieren statt auftupfen. Mit kreisenden Bewegungen in die Ballen einarbeiten, auch an den Rändern und in den Zwischenräumen.
  4. Ablenken. Gib deinem Hund danach ein Leckerli oder einen Kauartikel, damit der Balsam einziehen kann und nicht sofort abgeleckt wird.
  5. Regelmäßig bleiben. Im Winter vor dem Gassi als Schutz und danach als Pflege. Bei trockener Haut empfiehlt der Hersteller unserer Balsame zwei bis drei Anwendungen am Tag.

Achte darauf, dass der Balsam für Tiere gemacht ist. Dein Hund leckt immer etwas davon ab, Cremes für Menschen sind dafür nicht gedacht. Bewährt haben sich Rezepturen mit Bienenwachs und pflanzlichen Ölen wie Kokos- oder Mandelöl.

Die Winterroutine vor und nach dem Gassi

Du brauchst dafür jeden Tag nur wenige Minuten. Wichtig ist, dass du sie bei jedem Spaziergang auf gestreuten Wegen machst, nicht nur am Wochenende.

Vor dem Spaziergang

  1. Pfoten kurz ansehen: Sind Risse, Rötungen oder kleine Wunden da? Dann heute lieber eine kürzere Runde abseits gestreuter Wege.
  2. Pfotenbalsam dünn auftragen, wie oben beschrieben.
  3. Bei Hunden mit langen Beinhaaren einmal durchbürsten. Schnee setzt sich in Knoten und Filz viel fester als in glattem Fell.

Unterwegs

Meide frisch gestreute Gehwege, wo es geht, und lauf lieber über Wiese oder Waldboden. Lass deinen Hund keinen Schnee am Straßenrand fressen, dort liegt das meiste Salz. Ein paar alkoholfreie Pflegetücher in der Jackentasche helfen, grobe Salzreste schon im Auto oder vor der Haustür abzuwischen.

Nach dem Spaziergang

  1. Pfoten in lauwarmem Wasser abspülen. Eine Schüssel im Flur reicht. Nicht heiß, das trocknet die Haut weiter aus.
  2. Zwischen den Zehen nachsehen und Steinchen, Splitt oder kleine Eisstücke entfernen.
  3. Gründlich abtrocknen, vor allem zwischen den Ballen. Feuchtigkeit, die dort bleibt, weicht die Haut auf.
  4. Bei trockener Haut eine dünne Schicht Balsam einmassieren.
  5. Einmal pro Woche die Ballen genauer anschauen und befühlen. Glatt und elastisch ist gut. Rau und rissig heißt: mehr Pflege und weniger Salzwege.

Haare zwischen den Ballen kürzen

Das wichtigste Werkzeug gegen Schneeklumpen ist die Schere. Je kürzer die Haare zwischen den Ballen, desto weniger Schnee bleibt hängen und desto besser greift die Pfote auf glattem Boden.

  1. Den Hund hinlegen oder auf eine rutschfeste Unterlage stellen. Mit einem Leckerli in Ruhe beginnen.
  2. Die Pfote sanft in die Hand nehmen und die Ballen leicht auseinanderspreizen.
  3. Mit einer kleinen Schere mit abgerundeten Spitzen oder einem Pfotentrimmer die Haare bündig mit den Ballen kürzen. Nicht tief zwischen die Ballen schneiden, die Haut dort ist dünn.
  4. Danach die Pfote von oben in Form bringen: das Fell rund um den Fuß so kürzen, dass es nicht über den Boden schleift. Groomer nennen das „Pfote rund schneiden“.
  5. Alle drei bis vier Wochen wiederholen, im Winter eher öfter.

Wenn dein Hund zappelt, lieber jeden Tag eine Pfote als alle vier in einer stressigen Sitzung. Ein kleiner Trimmer ist bei unruhigen Hunden oft sicherer als eine Schere, weil die Klinge geschützt ist.

Schneeklumpen an Pfoten und Beinen: Tipps für langes Fell

Bei Coton, Malteser und anderen Langhaarrassen hängen die Klumpen nicht nur an den Pfoten, sondern an den ganzen Beinen und am Bauch. Das hilft:

  • Gut gebürstetes Fell. Wer vor dem Winter einmal gründlich entfilzt und dann regelmäßig bürstet, hat deutlich weniger Klumpen.
  • Beinfell etwas kürzen. Muss dein Hund kein Ausstellungsfell tragen, erleichtert ein kürzerer Schnitt an Beinen und Bauch den Winter enorm. Bis zum Frühjahr ist das Fell nachgewachsen.
  • Ein Mantel. Er hält Rücken und Bauch trocken. Bei kleinen Hunden mit wenig Bodenabstand macht das einen echten Unterschied.
  • Klumpen nie abreißen. Eis sitzt fest im Haar. Wer zieht, reißt Haare aus und tut dem Hund weh. Halte die Pfote kurz in lauwarmes Wasser und lass die Klumpen abtauen.

Nach dem Auftauen ist das Fell oft nass bis auf die Haut. Jetzt kommt es auf das Trocknen an.

Richtig trocknen: Handtuch, Bademantel, Föhn

Nasses Fell kühlt aus und verfilzt beim Trocknen schnell, gerade bei feinem Langhaar.

  1. Mit einem saugstarken Mikrofaser-Handtuch das meiste Wasser abtupfen, nicht rubbeln. Rubbeln verknotet langes Fell.
  2. Bei sehr nassem Fell einen Hundebademantel aus Mikrofaser überziehen. Der Hund kann sich darin bewegen, während das Wasser aufgesaugt wird.
  3. Zum Schluss mit dem Föhn auf niedriger, lauwarmer Stufe trocknen und dabei bürsten. Den Föhn immer in Bewegung halten und genug Abstand zur Haut lassen.
  4. Pfoten und Beine nicht vergessen, dort hält sich die Feuchtigkeit am längsten.

Krallen im Winter

Im Winter läuft dein Hund öfter auf weichem Schnee und seltener auf Asphalt. Die Krallen nutzen sich deshalb weniger ab. Zu lange Krallen verändern die Stellung der Zehen, die Pfote spreizt sich, und noch mehr Schnee setzt sich dazwischen. Hörst du die Krallen auf dem Fliesenboden klacken, ist es Zeit zum Kürzen. Kürze nur die Spitze und nie bis ins Leben, also den durchbluteten Teil der Kralle. Bei dunklen Krallen arbeitest du am besten in kleinen Schritten. Ein elektrischer Krallenschleifer nimmt nur wenig auf einmal ab und ist deshalb für Einsteiger angenehm.

Wann du zum Tierarzt solltest

Pflege ersetzt keine Behandlung. Geh mit deinem Hund in die Tierarztpraxis, wenn

  • er humpelt oder eine Pfote schont,
  • die Ballen bluten, tiefe Risse haben oder geschwollen sind,
  • er ständig an den Pfoten leckt oder knabbert,
  • zwischen den Zehen Rötungen, Eiter oder ein unangenehmer Geruch auftreten,
  • er salzigen Schnee gefressen hat und danach erbricht oder Durchfall bekommt.

Was wir empfehlen

Für die Winterroutine brauchst du nicht viel. Diese Produkte nutzen wir selbst und empfehlen sie Haltern von Lang- und Kurzhaarhunden gleichermaßen:

Dein nächster Schritt

Richte dir heute eine kleine Pfotenstation an der Haustür ein: Schüssel, Handtuch, Pfotenbalsam. Dann klappt die Routine auch an dunklen Abenden nach der letzten Runde. Alles für gesunde Winterpfoten findest du in unserer Kollektion Pfotenpflege, Handtücher und Bademäntel unter Handtücher und Bademäntel. Du bist unsicher, wie kurz du das Fell an Pfoten und Beinen schneiden kannst? Schick uns ein Foto vom Fell per WhatsApp, wir sagen dir, was zu deinem Hund passt.

Pfotenbalsam für Hunde: eine erbsengroße Menge kreisend in die Ballen einmassieren
Pfotenbalsam für Hunde: eine erbsengroße Menge kreisend in die Ballen einmassieren
Krallen im Winter kurz halten – mit dem Krallenschleifer
Krallen im Winter kurz halten – mit dem Krallenschleifer

Unsere Auswahl dazu

Von uns ausgewählt – als autorisierter Fachhändler direkt vom Hersteller.

Häufige Fragen

Ist Pfotenbalsam gut für Hunde?
Ja, ein Pfotenbalsam, der für Tiere gemacht ist, pflegt die Ballen und legt eine dünne Schutzschicht gegen Streusalz, Kälte und trockene Heizungsluft. Wichtig ist, dass er dünn aufgetragen wird und Inhaltsstoffe hat, die dein Hund ablecken darf. Bei Wunden, Blutungen oder Entzündungen ersetzt er nicht den Tierarzt.
Wie oft sollte man Pfotenbalsam verwenden?
Im Winter am besten vor jedem Spaziergang auf gestreuten Wegen und danach, wenn die Pfoten abgespült und trocken sind. Bei trockener Haut empfiehlt der Hersteller unserer Tauro-Pro-Line-Balsame zwei bis drei Anwendungen am Tag. Im Sommer reicht es meist, wenn ihr viel auf heißem Asphalt oder Sand unterwegs seid.
Soll man Hundepfoten eincremen?
Gesunde Pfoten brauchen keine Dauerpflege. Im Winter, bei Streusalz oder wenn die Ballen trocken und rau werden, lohnt sich ein Pfotenbalsam aber. Nimm keine Handcreme für Menschen, sondern ein Produkt für Tiere, und lenke deinen Hund ab, bis es eingezogen ist.
Wie schütze ich Hundepfoten vor Streusalz?
Vor dem Gassi Pfotenbalsam dünn auftragen, gestreute Wege meiden und keinen Schnee vom Straßenrand fressen lassen. Danach die Pfoten lauwarm abspülen, zwischen den Zehen säubern und gründlich trocknen. Kurze Haare zwischen den Ballen machen es dem Salz und dem Schnee schwerer.
Was hilft gegen Schneeklumpen an den Pfoten?
Die Haare zwischen den Ballen bündig kürzen und das Beinfell knotenfrei halten, denn an Filz haftet Schnee am stärksten. Haben sich Klumpen gebildet, die Pfote kurz in lauwarmes Wasser halten, bis sie abtauen, und dann gut trocknen. Abreißen tut weh und reißt Haare aus.
Brauchen Hunde im Winter Schuhe?
Die meisten Hunde kommen mit Pfotenbalsam, kurzen Haaren zwischen den Ballen und dem Abspülen nach dem Gassi gut durch den Winter. Pfotenschuhe können bei sehr empfindlichen oder bereits verletzten Pfoten sinnvoll sein. Sie müssen gut passen und brauchen eine Gewöhnungszeit, bei Verletzungen sprich vorher mit deinem Tierarzt.
Unsicher, was passt? Schick uns ein Foto per WhatsApp.Wir sagen dir ehrlich, was wir nehmen würden – ohne dass du etwas kaufen musst.

Anmeldung

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?

Sie haben noch kein Konto?
Konto erstellen