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Hundefutter sensitiv – welches Futter bei empfindlichem Magen passt

Was ein Hundefutter sensitiv wirklich ausmacht, warum weizenfrei nicht getreidefrei ist und wie du das Futter bei empfindlichem Magen Schritt für Schritt umstellst.

  • Von Oliver Dunkel
  • 7 Min. Lesezeit
Hundefutter sensitiv: kleiner weißer Hund wartet auf seinen Napf mit Trockenfutter

Kurz gesagt

  • „Sensitiv“ ist kein geschützter Begriff: Entscheidend ist die Zutatenliste, nicht die Packung.
  • Weizenfrei ist nicht getreidefrei. Reis ist Getreide, Gerste enthält Gluten.
  • Lamm ist nicht automatisch hypoallergen. Es hilft, wenn dein Hund bisher wenig Lamm gefressen hat.
  • Futter über sieben bis zehn Tage umstellen, Menge abwiegen und täglich den Kot anschauen.
  • Durchfall länger als zwei Tage, Blut im Kot oder Erbrechen gehören zum Tierarzt.

Weicher Kot, Blähungen, Grasfressen am Morgen oder ein Hund, der sich ständig kratzt: Spätestens dann stehen viele Halter vor dem Regal mit der Aufschrift „Hundefutter sensitiv“. Doch „sensitiv“ ist kein geschützter Begriff, und nicht jedes Sensitiv-Futter passt zu jedem empfindlichen Magen. Hier liest du, worauf es bei der Zusammensetzung wirklich ankommt, wie du das Futter Schritt für Schritt umstellst und wann der Tierarzt gefragt ist.

Woran du einen empfindlichen Magen beim Hund erkennst

Ein empfindlicher Magen zeigt sich selten mit einem einzigen deutlichen Zeichen, sondern mit vielen kleinen:

  • Kot, der mal fest, mal weich ist, oder Kot mit Schleim
  • häufige Blähungen und hörbares Gluckern im Bauch
  • Grasfressen, Schmatzen oder Erbrechen von gelbem Schaum, oft morgens auf nüchternen Magen
  • mäkeliges Fressen oder ein Hund, der sein Futter plötzlich stehen lässt
  • Juckreiz an Pfoten, Ohren oder Bauch, der immer wiederkommt

Die Ursachen sind vielfältig. Häufig sind es ganz praktische Dinge: zu schnelle Futterwechsel, zu viele verschiedene Snacks, ein sehr fettes Futter oder Reste vom Tisch. Manche Hunde vertragen eine bestimmte Eiweißquelle nicht. Und manchmal stecken Würmer, Giardien, Stress oder eine Erkrankung dahinter. Das richtige Futter kann die Verdauung unterstützen, aber es erklärt nicht jedes Problem.

Wann du mit Durchfall zum Tierarzt solltest

Einmal weicher Kot nach einem gestohlenen Wurstbrot ist kein Notfall. Zum Tierarzt solltest du aber, wenn:

  • der Durchfall länger als zwei Tage anhält
  • Blut im Kot ist oder der Kot schwarz und teerartig aussieht
  • dein Hund mehrmals erbricht, besonders zusammen mit Durchfall
  • er schlapp wirkt, nicht frisst, nicht trinkt oder einen harten, schmerzempfindlichen Bauch hat
  • es sich um einen Welpen, einen alten oder einen sehr kleinen Hund handelt. Sie trocknen schneller aus, geh hier lieber früher.

Auch wenn du eine Futtermittelallergie vermutest, ist der Tierarzt der richtige Ansprechpartner. Eine Allergie lässt sich nur mit einer begleiteten Ausschlussdiät sicher feststellen, mehr dazu weiter unten.

Hundefutter sensitiv: worauf es bei der Zusammensetzung ankommt

Klar benannte Zutaten

Lies die Zusammensetzung, nicht die Vorderseite der Packung. „Lammfleisch 38 %“ sagt dir genau, was drin ist. „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ ohne weitere Angabe sagt dir nicht, von welchem Tier das Eiweiß stammt. Für einen empfindlichen Hund willst du wissen, was er frisst, damit du bei Problemen gezielt etwas ändern kannst.

Eine Haupt-Eiweißquelle: Monoprotein und Lamm

Monoprotein heißt, das Futter enthält nur eine tierische Eiweißquelle. Das macht es leichter herauszufinden, was dein Hund verträgt und was nicht. Lamm ist bei Sensitiv-Futter beliebt, weil viele Hunde bisher wenig Lamm gefressen haben. Wichtig zu wissen: Lamm ist nicht automatisch hypoallergen. Ein Hund kann auf jedes Eiweiß reagieren, auch auf Lamm. Entscheidend ist, was er schon kennt.

Schau dir deshalb die ganze Zutatenliste an. In vielen Lammfuttern steckt zum Beispiel Geflügelfett als Fettquelle. Für die meisten Hunde ist das kein Problem. Wenn dein Tierarzt aber eine Geflügelallergie vermutet, solltest du das wissen.

Weizenfrei ist nicht getreidefrei

Diese beiden Begriffe werden ständig verwechselt:

  • Weizenfrei heißt nur: kein Weizen. Andere Getreide wie Reis, Gerste, Hafer oder Mais können trotzdem enthalten sein.
  • Reis ist Getreide. Ein Futter mit Reis ist also nie getreidefrei, auch wenn Reis für viele Hunde gut verdaulich ist.
  • Gerste enthält Gluten. Weizenfrei heißt deshalb nicht automatisch glutenfrei.
  • Getreidefrei heißt: gar kein Getreide. Die Kohlenhydrate kommen dann zum Beispiel aus Kartoffeln oder Erbsen.

Getreidefrei ist nicht automatisch besser. Viele Hunde mit empfindlichem Magen vertragen Reis ausgezeichnet. Getreidefrei lohnt sich vor allem, wenn dein Hund Getreide nachweislich nicht verträgt oder der Tierarzt es empfiehlt.

Ballaststoffe und Präbiotika

In vielen Sensitiv-Rezepten findest du Zutaten wie Zuckerrübenschnitzel, Leinsamen, Zichorie oder Inulin, FOS und MOS. Das sind Ballaststoffe und Präbiotika. Sie dienen den Darmbakterien als Nahrung und tragen zu einer geregelten Verdauung bei.

Haut und Darm: warum das Futter auch das Fell betrifft

Bei manchen Hunden zeigt sich eine Futtermittelunverträglichkeit gar nicht am Kot, sondern an der Haut: Juckreiz an Pfoten, Ohren und Bauch oder Ohrprobleme, die immer wiederkommen. Deshalb tragen viele Sorten Namen wie „Sensitive Skin and Stomach“. Ob das Futter wirklich der Auslöser ist, lässt sich nur mit einer Ausschlussdiät klären. Dabei bekommt dein Hund meist sechs bis acht Wochen lang ausschließlich ein Futter mit einer Eiweiß- und einer Kohlenhydratquelle, ohne Snacks, Kauartikel und Reste. Das ist mühsam, aber der einzige Weg zu einer klaren Antwort, und er gehört in die Begleitung deines Tierarztes.

Unabhängig davon brauchen Haut und Fell Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren aus dem Futter. Wie du die Haut von außen pflegst, ohne sie zusätzlich zu reizen, erklären wir in unserem Ratgeber zu Juckreiz und trockener Haut.

Futter umstellen beim Hund – Schritt für Schritt

Viele Magenprobleme nach einem Futterwechsel entstehen nicht durch das neue Futter, sondern weil zu schnell umgestellt wurde. Für die Superior-Care-Trockenfutter von Nature’s Protection wird eine Umstellung über sieben Tage empfohlen. Bei einem Hund mit empfindlichem Magen nimm dir ruhig zehn Tage Zeit:

  1. Tag 1 bis 3: 25 Prozent neues Futter, 75 Prozent altes
  2. Tag 4 bis 6: halb neues, halb altes Futter
  3. Tag 7 bis 9: 75 Prozent neues Futter, 25 Prozent altes
  4. Ab Tag 10: nur noch das neue Futter

So klappt die Umstellung:

  • Abwiegen statt schätzen. Die Gesamtmenge bleibt gleich, nur das Verhältnis ändert sich. Eine Küchenwaage ist genauer als jeder Messbecher.
  • Jeden Tag den Kot anschauen. Wird er weicher, geh einen Schritt zurück und bleib dort zwei, drei Tage, bevor du weitermachst.
  • Keine neuen Snacks in dieser Zeit. Sonst weißt du nicht, was dein Hund nicht verträgt.
  • Ruhige Wochen wählen. Nicht gleichzeitig mit Urlaub, Umzug oder Entwurmung umstellen.
  • Nassfutter zimmerwarm geben und immer frisches Wasser bereitstellen.

Hat dein Hund gerade akuten Durchfall, ist das nicht der richtige Moment für eine Umstellung. Erst muss sich der Magen beruhigen, im Zweifel nach Absprache mit dem Tierarzt.

Was wir bei empfindlichem Magen empfehlen

Wir sind autorisierter Fachhändler von Nature’s Protection und haben die Zusammensetzungen der Sorten unten selbst geprüft. Die Angaben stammen vom Hersteller.

Trockenfutter mit Lamm: Superior Care Sensitive Skin and Stomach

Das Trockenfutter für erwachsene Hunde ab zwölf Monaten gibt es für alle Rassen und als eigene Rezeptur für kleine Rassen. Erste Zutat ist Lammfleisch mit 38 Prozent, dazu kommen Reis und Gerste. Das Futter ist weizen- und maisfrei, aber nicht getreidefrei. Für die Verdauung enthält es Zuckerrübenschnitzel, Leinsamen, Zichorien-Extrakt, MOS, Bierhefe und Yucca-Extrakt, außerdem ein Prozent Kokosöl und ein Prozent Klinoptilolith, ein natürliches Mineral, das Nature’s Protection MicroZeoGen nennt. Die Variante für alle Rassen hat 25 Prozent Rohprotein und 14 Prozent Rohfett, die für kleine Rassen 28 und 16 Prozent. Als Fettquelle ist Geflügelfett enthalten.

Für wen: erwachsene Hunde mit empfindlichem Magen oder empfindlicher Haut, die Reis und Gerste gut vertragen und für die Lamm noch neu ist.

Getreidefrei: Superior Care Hypoallergenic mit Lachs

Wenn dein Hund kein Getreide verträgt, ist das Superior Care Hypoallergenic mit Lachs die getreidefreie Alternative. Es enthält 40 Prozent Lachs, die Kohlenhydrate kommen aus Kartoffeln und Erbsen, dazu Lachsöl und Leinsamen. Auch hier ist Geflügelfett enthalten. Für Hunde mit festgestellter Futtermittelallergie gibt es das Veterinary Diet Hypoallergenic mit Insektenprotein als einziger Eiweißquelle. Es ist ein Diät-Alleinfuttermittel, das du am besten mit deinem Tierarzt absprichst.

Nassfutter: Prime Sensitive Digestion

Das Prime Sensitive Digestion Nassfutter ist getreidefrei und besteht zu 80 Prozent aus Lamm. Der Hersteller beschreibt es als Single-Protein-Rezept. Dazu kommen Lachsöl und Leinsamen, Inulin als Quelle für FOS, Hefeprodukte mit MOS und Beta-Glucanen sowie Yucca. Mit 82 Prozent Feuchtigkeit ist es eine gute Wahl für Hunde, die wenig trinken oder lieber Nassfutter fressen. Weil beide auf Lamm setzen, passt es auch als Topping zum Sensitive-Trockenfutter. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 48 Stunden verfüttern.

Snacks, die den Magen nicht durcheinanderbringen

Snacks sind der Punkt, den viele vergessen. Das beste Sensitiv-Futter nützt wenig, wenn nebenbei fünf verschiedene Leckerlis gefüttert werden. Achte auf kurze Zutatenlisten:

  • Die Entenstreifen bestehen zu 92,8 Prozent aus Ente und sind getreidefrei.
  • Die Kaninchenohren bestehen zu 100 Prozent aus Kaninchenohr, ohne weitere Zutaten. Sie sind fettarm und geben dem Hund etwas zum Kauen.
  • Der Snack mit Kaninchenherz ist getreidefrei und fettarm. Er enthält neben 25 Prozent Kaninchenherz aber auch 44,5 Prozent Huhn. Wenn du Huhn meiden musst, greif lieber zu den Kaninchenohren.

Während einer Ausschlussdiät gibt es gar keine Snacks. Nimm dann einfach ein paar Stücke aus der Tagesration als Belohnung.

Erst probieren, dann den großen Sack

Bei wählerischen oder empfindlichen Hunden lohnt sich ein Test, bevor du einen großen Sack kaufst. Für viele Superior-Care-Sorten gibt es bei uns Trockenfutter-Proben. So siehst du, ob dein Hund das Futter mag, bevor du umstellst.

Dein nächster Schritt

Schau dir zuerst die Zutatenliste deines jetzigen Futters an: Welche Eiweißquellen stecken drin, welches Getreide? Daraus ergibt sich, welche Sorte als Nächstes Sinn ergibt. Alle Sorten für empfindliche Hunde findest du in unseren Kollektionen Empfindliche Haut und Magen und Hypoallergenes Futter. Wenn du unsicher bist, schick uns ein Foto vom Fell per WhatsApp und schreib dazu, was dein Hund bisher frisst.

Futter in 7 Tagen umstellen: Tag für Tag mehr neues Futter im Napf
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Unsere Auswahl dazu

Von uns ausgewählt – als autorisierter Fachhändler direkt vom Hersteller.

Häufige Fragen

Welches Hundefutter ist gut bei empfindlichem Magen?
Ein Futter mit wenigen, klar benannten Zutaten und möglichst einer Haupt-Eiweißquelle, die dein Hund bisher wenig gefressen hat, zum Beispiel Lamm. Dazu Ballaststoffe wie Zuckerrübenschnitzel oder Leinsamen. Welches Futter passt, hängt davon ab, was dein Hund bisher verträgt und was nicht.
Wie lange dauert eine Futterumstellung beim Hund?
Üblich sind sieben Tage, bei einem empfindlichen Magen besser zehn. Du steigerst den Anteil des neuen Futters schrittweise von 25 über 50 und 75 auf 100 Prozent. Wird der Kot weicher, gehst du einen Schritt zurück.
Ist weizenfreies Hundefutter getreidefrei?
Nein. Weizenfrei heißt nur, dass kein Weizen enthalten ist. Reis, Gerste oder Hafer können trotzdem drin sein, und auch Reis ist Getreide. Getreidefreies Futter verwendet stattdessen zum Beispiel Kartoffeln oder Erbsen.
Ist Lamm hypoallergen?
Nicht automatisch. Lamm gilt als gut verträglich, weil viele Hunde bisher wenig Lamm gefressen haben. Ein Hund kann aber auf jedes Eiweiß reagieren. Hat dein Hund schon lange Lamm bekommen, ist eine andere Eiweißquelle oft die bessere Wahl.
Was tun, wenn mein Hund nach der Futterumstellung Durchfall hat?
Geh einen Schritt zurück zum letzten Verhältnis, das gut vertragen wurde, und bleib dort einige Tage. Lass in dieser Zeit alle Snacks weg. Hält der Durchfall länger als zwei Tage an oder ist Blut im Kot, geh zum Tierarzt.
Kann Futter Juckreiz beim Hund auslösen?
Ja, eine Futtermittelunverträglichkeit kann sich auch über die Haut zeigen, etwa durch Juckreiz an Pfoten, Ohren und Bauch. Ob das Futter wirklich der Auslöser ist, klärt nur eine Ausschlussdiät über mehrere Wochen, begleitet vom Tierarzt.
Unsicher, was passt? Schick uns ein Foto per WhatsApp.Wir sagen dir ehrlich, was wir nehmen würden – ohne dass du etwas kaufen musst.

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